Sonntag, 7. Februar 2010

Zimbra Collaboration Suite (ZCS)

E-Mail, Kalender und Groupwarelösung

Zimbra ist eine Open Source Lösung für Messaging, Kalender, Wissens-Management und Dateiverwaltung. Zimbra wurde mit der Motivation entwickelt, dass es keine existierenden E-Mail und Kalendersysteme gab, die einwandfrei funktionierten und wirklich gut verwendbar waren. Die Web-basierten Oberflächen verwenden intensiv die Ajax-Technologie und haben praktische Short-cuts (Tastenkombinationen), so dass ein Gefühl entsteht, als würde man auf dem lokalen PC arbeiten. Ein entscheidender Vorteil gegenüber Microsoft Exchange oder Lotus Notes ist, dass eine gleichzeitige Bearbeitung seiner E-Mails oder Dateien von verschiedenen Systemen (Mac, PC, Linux) möglich ist. E-Mails können mit einem State-of-the art Webmail System bearbeitet werden und/oder mit einem beliebigen E-Mail Client über POP/IMAP - mit oder ohne Verschlüsselung.

Praktische Erfahrungen aus System Administrator-Sicht

Die Installation der Software (zcs-6.0.4_GA_2038) ist am einfachsten, wenn man Zimbra ein bischen als "Appliance" betrachtet. Ein Installationsversuch auf einem bereits existierenden System mit auch nur einem Release-Zyklus Abweichung von der "tabellarischen Vorgabe", führt in der Regel zu Installationsfehlern und/oder teilweisen betrieblichen Einschränkungen. Das System fühlt sich am wohlsten in einer abgestimmten, exklusiven Umgebung. TCP Ports 25, 80, 443 und einige weitere sind exklusiv für Zimbra vorbehalten. Der Installationsvorgang, für den ein install.sh zur Verfügung steht, wird als root gestartet. Zu Beginn prüft das Skript vorgängig die Abhängigkeiten zu anderen Modulen. Bewegungsdaten werden in einer MySQL (5.0.87) Datenbank gespeichert. Neben zahlreichen Web-basierten Export-Möglichkeiten steht auch eine mächtige API zur Verfügung, um die Bewegungsdaten mit Fremdsystemen auszutauschen, die jedes Entwickler-Herz höher schlägen lässt.

Von der Lizenzierung her gibt es ein Open Source Zweig und eine kommerzielle Edition. Wichtigste Vorteile der kommerziellen Ausgabe sind Online Backup bei laufendem Betrieb, Synchronisation mit Outlook (Exchange Ersatz), iPhone und Blackberry sowie der Support.

Motivation für einen virtualisierten Betrieb

Bei der Open Source-Variante zählen Backup und Restore zu den grössten Herausforderungen. Obwohl alle Sub-Systeme in einem Verzeichnisbaum zusammen gehalten werden, stehen wichtige Konfigurationswerte der Umgebung (z.B. der Servername) in dem LDAP. Eine Änderung des Servernamens führt zu Störungen und ist nur aufwändig zu bewerkstelligen. Für ein Backup / Restore auf der gleichen Maschine genügt die Sicherung von /opt/zimbra. Um aber den Aufwand für ein Backup und Failover auf ein Zweit-System möglichst gering zu halten, wird Zimbra idealerweise in einer virtualiserten Maschine mit identischem Hostnamen und privater IP-Adresse betrieben.

Getestet habe ich die Virtualisuerung mit VirtualBox 3.0.12 auf einem Fedora 12 Server mit 4 GB RAM (Wirts-System). Zimbra als Gast-System lässt sich für kleine User Gruppen mit nur 768 MB RAM mit gutem Antwortzeitverhalten betreiben. Etwas fortgeschrittene Initial-Aktivitäten sind bei den Port Forwardings erforderlich; auf dem Wirtssystem ist es (wenigstens mit VBox ;) nämlich nicht möglich, TCP Traffic von Portnummern unter 1024 umzuleiten. Dank iptables lässt sich jedoch alles elegant bewerkstelligen ohne subjektiv wahrnehmbaren Performance-Verlust.

Konklusion

Zimbra ist eine empfehlenswerte Alternative für KMUs. Für Messaging habe ich bisher auf der Server-Seite Sendmail, Courier IMAP, SquirrelMail (Webmail) und um Know-how zu verwalten, Drupal eingesetzt. Auf der Client-Seite verwendete ich für das Bearbeiten von E-Mails Thunderbird und für Termine MS Outlook. Jedes dieser Systeme benötigt Pflege und Life Cycle Management. Notabene laufen diese Systeme ohne Konvergenz zueinander. Die Implementierung einer Abwesenheitsnachricht als Beispiel (in Zimbra perfekt gelöst) war ein mittelgrosses Projekt.

Mit Zimbra lassen sich die eigenen Daten effizient vernetzen. Bei einer Ausrichtung auf nur 1 System ist es entscheidend, dass man die Kontrolle behält. Am einfachsten in einer virtualisierten Umgebung, die Snap Shots und Live Migration bietet oder mit einem qualifzierten ASP / Partner.

Offizielle Webseite: http://www.zimbra.com



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